Schalk und Mieder

Immer wieder eine besondere Herausforderung: Der Schalk

 

Der Schalk ist die Tracht der verheirateten Frau im Oberland. Die Braut trägt diese originale Tracht zum ersten Mal bei der eigenen Hochzeit und dann nur zu besonderen Anlässen wie kirchlichen Feiertagen, an hohen Trachtenvereinsfesten und Bauernhochzeiten. Dieses kostbare Kleidungsstück besteht aus Rock und Oberteil, dem „Schalkjanker“. Die sehr aufwendig handgearbeitete Verzierung („Garnier“) um den Ausschnitt wird zusätzlich aufgewertet mit Seidentuch, Seidenschürze und Blumen im Décolleté.

Seit der Entstehung des Schalks um 1860 gibt es unterschiedliche Modelle. Vor 1900 wurde der Schalk meist in kräftigen Farben gefertigt, sowohl in Baumwolle als auch Seide. Erst nach 1900 wurde die prächtige Tracht leider nur noch in einheitlich schwarzen Seidenstoffen genäht. Zur großen Freude unserer Werkstatt trauen sich allmählich immer mehr Frauen, ihren Schalk in Farbe zu tragen. Dank diesem Mut erlebt das Prunkstück aus dem vorletzten Jahrhundert eine Renaissance.

 

 

Junge Mädchen und unverheiratete Frauen ziehen das Miederg´wand zu kirchlichen Festtagen, Trachtenvereinsfesten und Bauernhochzeiten an. Unter dem Steifmieder („Panzer“) trägt man das „Jankerg´wand“, bestehend aus Rock, kurzer Unterjacke und Spitzenunterhemd („Schmießl“). Schmückendes Beiwerk sind außerdem die Schürze mit passendem Tuch. Für die nötige Passform des Steifmieders sorgt eine Silberkette mit Talern („G´schnür“). Die Blumen im Décolleté verleihen dem Ganzen eine besondere Note.